Maßgeschneiderte neurologische Rehabilitation

Wir erfassen, wie Sehen, Gleichgewicht, Bewegung und Kognition zusammenwirken, und erstellen ein individuelles Trainingsprogramm, das genau die Netzwerke im Gehirn stimuliert, die verbessert werden müssen.

Google-Rezensionen
Schwindelige Frau mit Gleichgewichtsstörungen

Wie alle Methoden zusammenwirken

Das Gehirn als Ganzes, nicht eine einzelne Ursache

Bei der maßgeschneiderten neurologischen Rehabilitation geht es darum zu verstehen, wie Gehirn und Nervensystem als Ganzes funktionieren – und wie sich die verschiedenen Systeme gegenseitig beeinflussen. Treten Symptome wie Schwindel, Kopfschmerzen, Steifheit, Schmerzen, Gangunsicherheit, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten oder verminderte Reaktionsfähigkeit auf, liegt dies oft nicht an einer einzigen Ursache, sondern an einer gestörten Zusammenarbeit mehrerer Hirnregionen.

Brain Camp nutzt einen strukturierten, wissenschaftlich fundierten Ansatz, bei dem mithilfe fortschrittlicher computergestützter Tests die Funktionsweise von Sehen, Gleichgewicht, Bewegung und kognitiven Funktionen erfasst wird. Die Ergebnisse dienen anschließend der Entwicklung eines individuellen Rehabilitationsprogramms, das gezielt bestimmte Hirnnetzwerke stimuliert.

Durch diese Kombination aus Kartierung, gezieltem Training und häufigen Wiederholungstests lässt sich die Funktion präziser und effektiver verbessern als mit standardisierten Trainingsprogrammen.

Ganzheitlicher Ansatz

Warum ein ganzheitlicher Ansatz für das Gehirn wichtig ist

Das Gehirn funktioniert als komplexes Netzwerk von Bereichen, die ständig miteinander kommunizieren. Selbst eine einfache Bewegung erfordert das Zusammenwirken mehrerer Systeme:

  • Das visuelle System
  • Die Gleichgewichtsorgane im Innenohr
  • Propriozeptive Sinne in Muskeln und Gelenken
  • Motornetzwerke
  • Kognitive und exekutive Funktionen

Der Vestibulariskortex, das Kleinhirn, die Basalganglien, der Parietallappen und der präfrontale Kortex gehören zu den zentralsten Bereichen dieses Netzwerks. Diese Strukturen tragen nicht nur zu Gleichgewicht und Koordination bei, sondern auch zu Aufmerksamkeit, Entscheidungsfindung und Reaktionsfähigkeit.

Wenn die Kommunikation zwischen diesen Bereichen weniger effektiv ist – zum Beispiel nach einer Gehirnerschütterung, bei Morbus Parkinson oder bei chronischem Schwindel – können Symptome auftreten, die sowohl die körperliche als auch die geistige Funktion beeinträchtigen.

Ein ganzheitlicher Ansatz ermöglicht es, zu erkennen, welche Netzwerke betroffen sind und wie diese umgeschult werden können.

Braincamp-Team

Kim aus dem Brain-Camp

Braincamp-Team

Fortgeschrittene computergestützte Tests erfassen die Funktionen von Sehen, Gleichgewicht, Koordination und Kognition – die Grundlage für ein individuelles Programm.

Schritt 1: Kartierung

Wie wir die Gehirnfunktion abbilden

Grundlage für eine maßgeschneiderte Rehabilitation ist eine präzise Erfassung der Funktionsweise von Gehirn und Körper. Brain Camp nutzt mehrere fortschrittliche Tests, die jeweils Einblicke in verschiedene Bereiche des Gehirns und des Nervensystems ermöglichen. Die Tests ergänzen sich und liefern ein Gesamtbild der Funktionsfähigkeit.

Videonystagmographie (VNG)
Video-Kopfimpulstest (vHIT)
Computergestützte Augen-Hand-Koordination
Computergestützte Posturographie
QEEG

Computergestützte Posturographie

Analysiert, wie der Körper unter verschiedenen Bedingungen die Stabilität aufrechterhält – einschließlich des BESS (Balance Error Scoring System), der Stabilitätsgrenze (LoS), Aufgaben, die Nackenbewegungen mit anderen Bewegungssignalen koordinieren, und funktionellen Bewegungen wie Kniebeugen. Zeigt eine reduzierte multisensorische Integration, beeinträchtigte Reaktionsfähigkeit, ein gestörtes Gleichgewicht und eine reduzierte motorische Kontrolle.

Lesen Sie mehr über computergestützte Posturographie

VNG & vHIT

Die Videonystagmographie (VNG) analysiert Sakkaden, Folgebewegungen und die Fixation des Blicks. Der Video-Kopfimpulstest (vHIT) misst den vestibulookulären (VOR) und den zerviko-okulären Reflex (COR). Er liefert Informationen über das Vestibularsystem und den Vestibularnerv, den Hirnstamm, das Kleinhirn, den vestibulären Kortex und die frontalen Augenfelder.

Auge-Hand & Auge-Fuß

Tests, die die Auge-Hand- und Auge-Fuß-Koordination herausfordern, zeigen, wie das Gehirn visuelle Signale in präzise Bewegungen umsetzt. Kognitiv anspruchsvolle Aufgaben – wie die Reaktion auf visuelle Signale auf einem Touchscreen, das visuelle Gedächtnis sowie Blick-Hand- und Blick-Fuß-Koordinationen – geben Aufschluss über die Funktion des Parietallappens, des Kleinhirns, des prämotorischen und des präfrontalen Cortex.

Schritt 2 – Training

Wie gezieltes Training die Gehirnfunktion verbessert

Sobald die Kartierung abgeschlossen ist, wird ein Trainingsprogramm entwickelt, das die zu verbessernden Hirnareale stimuliert. Das Training kann aus mehreren Methoden bestehen, die zusammenwirken:

Multisensorisches Training

Kombiniert Sehen, Tasten und Bewegung in einer einzigen Aufgabe – Augen-Hand-Koordination bestimmter Körperteile, Koordinations- und Reaktionsübungen. Stärkt die Körperwahrnehmung, die Koordination und die mentale Reaktionsfähigkeit.

Interaktives Metronom

Rhythmus- und zeitbasiertes Koordinationstraining verbessert die Fähigkeit des Gehirns, Bewegungen zeitlich zu synchronisieren. Es stimuliert Kleinhirn, Basalganglien und prämotorischen Kortex und kann Timing, Reaktionszeit, Aufmerksamkeit und Multitasking verbessern.

Fortgeschrittenes Koordinationstraining

Koordinationsübungen, die sich schrittweise von einfachen zu komplexen Aufgaben entwickeln – taktile Reaktionsaufgaben (Auge-Hand und Auge-Fuß), visuelles Gedächtnistraining und die gleichzeitige Koordination mehrerer Körperteile. Stärkt sowohl motorische als auch kognitive Funktionen.

Vagusnervstimulation

Die nicht-invasive Stimulation des Vagusnervs über das Ohr stärkt das Gleichgewicht des autonomen Nervensystems und kann Müdigkeit, Stress und Konzentrationsschwierigkeiten reduzieren. Sie wird häufig als Bestandteil eines ganzheitlichen Programms eingesetzt.

Photobiomodulation & HBOT

Photobiomodulationstherapie und hyperbare Sauerstofftherapie unterstützen die zelluläre Regeneration und können mit aktivem Training kombiniert werden, um Funktion und Erholung zu verbessern.

Braincamp-Team

Kognitiver Effekt

Wie Bewegung die kognitiven und exekutiven Funktionen verbessert

Viele Bewegungssysteme des Gehirns sind eng mit Bereichen verbunden, die Denkprozesse steuern. So trägt beispielsweise der präfrontale Cortex zur Planung und Entscheidungsfindung bei, das Kleinhirn zum Zeitgefühl und Lernen und der Parietallappen zur räumlichen Orientierung.

Durch gezieltes Training werden diese Netzwerke stimuliert, wodurch verschiedene Funktionen verbessert werden können:

Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, Entscheidungsfindung, Reaktionsfähigkeit und Multitasking

Welche Symptome können verbessert werden?

Eine individuell abgestimmte neurologische Rehabilitation kann zur Linderung verschiedener Symptome beitragen. Häufige Symptome sind:

Schwindel

Unsicherheit

Kopfschmerzen

Schmerzen im Rücken, Nacken und Kiefergelenk

Müdigkeit/Erschöpfung

Beeinträchtigte kognitive/exekutive Kapazität

Verminderte Reaktionsfähigkeit

Koordinationsprobleme Krankheiten

Reduziertes Gleichgewicht

Empfindlichkeit gegenüber sensorischen Reizen

Die Symptome treten häufig in Verbindung mit folgenden Erkrankungen auf: Gehirnerschütterung und Post-Concussion-Syndrom, Parkinson-Krankheit, Multiple Sklerose, Schlaganfall, chronischer Schwindel, neurologische Entwicklungsstörungen, Long-COVID

Möchten Sie mehr darüber erfahren, was wir Ihnen anbieten können?

Kontaktieren Sie uns für weitere Informationen zur individuellen neurologischen Rehabilitation. Wir kombinieren fortschrittliche Kartierung mit gezieltem, individuell zugeschnittenem Training, um die Funktionen von Gehirn und Körper zu verbessern.

Wissenschaftliche Referenzen

Gangstörungen bei Erwachsenen und älteren Menschen
Pirker, W. & Katzenschlager, R. (2017). Gangstörungen bei Erwachsenen und älteren Menschen: Ein klinischer Leitfaden. Wiener Klinische Wochenschrift.
Motorisches Lernen – Auswahl und Ausführung
Diedrichsen, J., & Kornysheva, K. (2015). Motorisches Fertigkeitslernen zwischen Selektion und Ausführung. Trends in Cognitive Sciences.
Neuroanatomie von Körperhaltung und Gang
Takakusaki, K. (2017). Funktionelle Neuroanatomie für die Haltungs- und Gangkontrolle. Journal of Movement Disorders.
Metaanalyse des motorischen Lernens
Hardwick, RM, et al. (2013). Eine quantitative Metaanalyse und Übersicht zum motorischen Lernen im menschlichen Gehirn. NeuroImage.
Vestibuläre Beiträge zur Orientierung
Zwergal, A., & Dieterich, M. (2020). Vestibuläre Beiträge zur räumlichen Orientierung des Körpers und zur Navigation. Journal of Neurology.
Integration der Eigenbewegung
Cullen, K. E. (2019). Das Vestibularsystem: Multimodale Integration und Kodierung von Eigenbewegung zur motorischen Steuerung. Trends in Neurosciences.
Klinische Balanceinstrumente
Mancini, M., & Horak, FB (2010). Die Relevanz klinischer Gleichgewichtsbewertungsinstrumente zur Differenzierung möglicher Ursachen von Gleichgewichtsstörungen. European Journal of Physical and Rehabilitation Medicine.
Rhythmuswahrnehmung und Lernen im Kleinhirn
Grahn, J. A. (2012). Neuronale Mechanismen der Rhythmuswahrnehmung. Topics in Cognitive Science. | Raymond, J. L. & Medina, J. F. (2018). Computergestützte Prinzipien des überwachten Lernens im Kleinhirn. Annual Review of Neuroscience.